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Russland-Berichte unter der Lupe: Deutschland basht am besten

15:19 18.02.2016


Der Interviewplatz für das ARD-Sommerinterview in Berlin
 

In einer neuen, schon fast zur Tradition gewordenen Studie hat RIA Novosti wieder einmal alle weltweiten Publikationen zum Thema Russland unter die Lupe genommen und ist zu dem Schluss gekommen, dass die Bundesrepublik einmal mehr klarer Spitzenreiter in der Negativhysterie um Russland ist.

Anfang Februar hatte RIA Novosti bereits eine ähnliche Studie mit einer Liste von Russland-Bashern veröffentlicht. Damals lag Deutschland mit 162 negativen und mäßig negativen Artikeln und Meldungen, die in der Zeitspanne vom 1. bis zum 7. Februar veröffentlicht wurden, klar vorn – gefolgt von Polen und Schweden.

Für die Studie in dieser Woche wurden Publikationen vom 8. bis zum 14. Februar untersucht, wobei sich bei den Ergebnissen erneut eine unglaubliche Beständigkeit/Beharrlichkeit bei den deutschen Medien zeigte:

Berichterstattung zu Russland nach Ländern
Berichterstattung zu Russland nach Ländern
Auch dieses Mal landete Deutschland mit allein 30 negativen (n.) und 202 mäßig negativen (m. n.) Artikeln auf Platz eins. Bashing-Silber holte diesmal Großbritannien (11 n., 48 m. n.) und Bronze gewann Österreich – zwar würde dieses Land mit nur zehn deutlich negativen Artikeln hinter Polen (16 n., 22 m. n.) und der Ukraine (16 n., 5 m. n.) liegen, doch mit etwa 47 „mäßig“ negativen Publikationen sicherte es sich trotzdem den dritten Platz.
 
Am fleißigsten waren unter den weltweiten Medien also auch diesmal wieder die Deutschen: Die ARD liegt mit 27 negativen und mäßig negativen Berichten in einer Woche vorn, wobei die FAZ mit knapp 26 Artikeln zum ersten Mal seit langem seinen traditionellen ersten Platz verfehlte, dicht gefolgt von der Deutschen Welle (22) und Deutschlandradio (21), der Süddeutschen Zeitung (20) und Der Welt (19). Beachtenswert ist, dass erst der neunte Platz von einer nichtdeutschsprachigen Zeitung eingenommen wird – vom französischen Le-Figaro (19).
 
ZDFObwohl die Frankfurter Allgemeine Zeitung im jüngsten Bashing-Rennen kein Gold holen konnte, hat sie in der Woche ideologisch gesehen doch gute Arbeit geleistet und sicherlich einen Trostpreis verdient:

„Das Ideal der Freiheit gegen den Wunsch nach Herrschaft“ – so sieht ein FAZ-Kolumnist den Westen und Russland, deren Prinzipien auf der Münchner Sicherheitskonferenz „zusammengeprallt“ seien.
 
„Auf der einen Seite stehen die Länder des Westens, deren Politik und Handlungen jenseits klassischer Machtpolitik immer auch irgendwo vom Idealismus der Freiheit, der offenen Gesellschaft und der Selbstverwirklichung getragen werden und gerade deswegen Millionen junger Menschen in ihrem Freiheitsdrang bestärken. Auf der anderen Seite steht ein herrschaftsorientiertes Russland, dem derzeit eine Werte-Basis seines Gesellschaftssystems fehlt“, betonte er in seinem Kommentar vom 13. Februar.
Zudem „paktiere“ Russland „mit einem der schlimmsten Regime der modernen Welt“, womit offensichtlich der syrische Präsident Baschar Assad gemeint ist, und versuche, den Westen nun „auf perfide Weise zu destabilisieren“ – und zwar mit gesteuerter Online-Propaganda (Ob die FAZ wohl Sputnik damit meint?) und sogar „Millionenförderung für radikale Populisten“.

Soviel zur objektiven Berichterstattung – wohl tatsächlich „immer auch irgendwo vom Idealismus der Freiheit“ geleitet, wie der Autor selbst äußerte.
 
Im Großen und Ganzen ist die Aktivität der Medien rund um das Thema Russland weltweit seit dem 7. Februar um 23 Prozent gestiegen (etwa 400 Artikel mehr als bei der letzten Studie in der Vorwoche), wobei die meisten Publikationen ein finsteres Russlandbild zeichnen.
 
 „Unsere Aufgabe ist es, die Deformation des Russlandbildes im Ausland zu stoppen. Mit Hilfe der westlichen Propaganda wird unser Land als Aggressor und Outsider in der europäischen Politik dargestellt. All dies hat auch negative Auswirkungen auf die Prozesse im Land“, erklärte am Mittwoch Leonid Sluzki, Vorsitzender des GUS-Ausschusses in der russischen Staatsduma.


Mehr zum Thema: Negative Berichterstattung zu Russland:

Negative Berichterstattung zu Russland: Deutschland toppt wieder einmal die Liste

 
13:03 10.12.2015
 
ARD

Bei einer neuen Sputnik-Studie zur westlichen Berichterstattung über Russland sind deutsche Medien mal wieder ganz vorn mit dabei, wenn es um negative Nachrichten geht. Ganz oben in der Liste – die FAZ.

Die Grafik zeigt, dass fast alle europäische Länder sowie die USA zumeist negativ über Russland berichten. Aber auch Saudi-Arabien und Japan schließen sich dieser Tendenz an. Bei der Studie wurde die Berichterstattung vom 30. November bis zum 6. Dezember ausgewertet.


Berichterstattung zu Russland auf der Weltkarte
Berichterstattung zu Russland auf der Weltkarte. Orange - mäßig negativ, rot - negativ, gelb - neutral, hellgrün - mäßig positiv, hellgrün - positiv
 
Die größte Anzahl negativer Berichte in der erforschten Zeitperiode kommt jedoch aus Deutschland – 139 negative Publikationen – 132 davon sind gemäßigt negativ, 7 — negativ. Besonders deutlich wird das, wenn man sich die Berichterstattung zum Abschuss des russischen Jets an der syrischen Grenze durch die Türkei ansieht.

„Russlands bombastisches Anti-Erdogan-Spektakel" – so lautet z.B. der Titel eines Artikels der "Welt" vom 4. Dezember. Anstatt beim Thema zu bleiben, behauptet die Autorin, Russland habe „maximale internationale Aufmerksamkeit" gewollt, indem der Kreml Ankara vorwarf, grundlos das Su-24 Flugzeug abgeschossen zu haben.


Berichterstattung zu Russland nach Ländern
Berichterstattung zu Russland nach Ländern
ZeitungenWas konkrete Medien betrifft, ist die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ schon zum zweiten Mal der absolute Sieger der Russland-Bashing-Weltmeisterschaft geworden. In nur einer Woche hat die FAZ 23 Negativdarstellungen über Russland veröffentlicht.
In einer Meldung vom 6. Dezember behauptet die FAZ, dass Moskaus Anschuldigungen für die Verwicklung des türkischen Präsidenten in illegale Ölgeschäfte der Terrormiliz Daesh (auch „Islamischer Staat", IS) falsch seien.

„Die Vorwürfe der russischen Regierung, der türkische Präsident Erdogan sei in Ölgeschäfte der Terrororganisation „Islamischer Staat" verwickelt, sind nach Ansicht von Sicherheitskreisen reine „Propaganda". Beweise dafür seien nicht bekannt", so die Zeitung.
 

Berichterstattung zu Russland nach Medien
Berichterstattung zu Russland nach Medien
Den zweiten Platz teilen sich mit jeweils 19 anti-russischen Berichten die renommierten englischsprachigen Zeitungen „The Wall Street Journal“ und „The Independent“. Diesen beiden folgt das deutsche Trio aus „Welt“, ARD und „Süddeutsche Zeitung“ – mit jeweils 18, 17 und 16 negativen Beiträgen. Aber hier hört die Liste deutscher Medien in der Russland-Bashing-Liste nicht auf. Denn Platz 10 gehört auch noch dem Deutschlandradio.