Russland ist im vergangenen Jahr zum weltweiten Ölexporteur aufgestiegen und hat Saudi-Arabien auf Platz zwei verwiesen. Das geht aus dem von BP-Experten erstellen Jahresbericht hervor.
Den Angaben zufolge gingen 74,9 Prozent des von Russlands geförderten Rohöls im Berichtszeitraum ins Ausland. Bei Gas lag der Exportanteil bei 33,7 Prozent. Somit blieb Russland größter Lieferant von Kohlenwasserstoffen nach Europa.
Dabei ging der Verbrauch von Öl und Gas auf dem russischen Inlandsmarkt entsprechend um 5,2 beziehungsweise um 5,0 Prozent zurück. Die absoluten Zahlen nannte BP nicht. Der gesamte Verbrauch von Energieträgern in Russland verringerte sich um 3,3 Prozent bzw. um 23 Millionen Tonnen Öläquivalent. Auch nach diesem Rückgang konnte Russland den vierten Platz beim Verbrauch von Energieträgern beibehalten, nach China, den USA und Indien.
Der Gewinnung fossiler Brennstoffe nach lag Russland im vergangenen Jahr am Platz drei nach China und den USA. Die Ölgewinnung nahm um 1,2 Prozent auf ein Maximum seit dem Zerfall der Sowjetunion zu.
Dagegen ging die Gasgewinnung 2015 das zweite Jahr in Folge zurück – um 1,5 Prozent. Die Stromerzeugung in Wasserkraftwerken verringerte sich im Berichtszeitraum um drei Prozent. Die Kohlegewinnung stieg um 4,5 Prozent. Die Erzeugung von Atomstrom und die Reproduktion erneuerbarer Energien nahmen entsprechend um 8,0 bzw. 6,8 Prozent zu.
Am weltweiten Energieverbrauch hatte Russland 2015 einen Anteil von 5,1 Prozent.
Nach dem Abschuss des Mi-25-Hubschraubers in Syrien plant Russland nach Angaben der Tageszeitung „Kommersant“ eine „Vergeltungsoperation“ gegen die Terrororganisation Daesh (auch „Islamischer Staat“, IS). Bei der Attacke auf den Hubschrauber waren am Freitag zwei russische Piloten getötet worden.
Ein anonymer Sprecher im russischen Verteidigungsamt teilte „Kommersant“ mit, es würden zwei Optionen für die Vergeltung erwogen. So könnten die Luftangriffe intensiviert und erneut hochpräzise Marschflugkörper Kalibr-NK eingesetzt werden. Obwohl das Gros der russischen Streitkräfte aus Syrien abgezogen wurde, sind auf dem Stützpunkt Hmeimim in Latakia noch immer mehrere Jagdbomber Su-34 und Jagdflugzeuge Su-30 und Su-35 startklar. Mit Kalibr-Marschflugkörpern hatte die russische Marine im vergangenen Jahr — unter anderem auch vom Kaspischen Meer aus — Daesh-Stellungen in Syien angegriffen.
Doch intensivere Luftangriffe könnten die Feuerpause negativ beeinflussen, die in einzelnen Teilen Syriens gilt. Als zweite Option könnte Russland, so „Kommersant“, seinen einzigen Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ nutzen. Das Kriegsschiff, das planmäßig im Oktober ins Mittelmeer entsandt werden soll, könnte sich laut den Quellen der Zeitung bereits im August zu Syriens Küste auf den Weg machen.
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Ein ranghoher Vertreter im Stab der Nordflotte teilte der RIA Novosti jedoch mit, dass kein früherer Einsatz der „Admiral Kusnezow“ im Mittelmeer geplant sei. „Laut dem Plan der Gefechtsausbildung begibt sich die ‚Admiral Kusnezow‘ im Herbst dieses Jahres auf große Fahrt, aber nicht vor Oktober. Die Besatzung befindet sich gegenwärtig auf hoher See und legt (im Rahmen der Ausbildung – Anm. d. Red.) Prüfungen ab“, so der Sprecher. Die „Admiral Kusnezow“ führt etwa 15 Abfangjäger Su-33 und MiG 29K-Mehrzweckjäger und außerdem zehn Hubschrauber der Typen Ka-52K, Ka-27 und Ka-31 mit sich.
Mit ihren Versuchen, Russland zu „dämonisieren“, will die Nato laut Maria Sacharowa, der Sprecherin des russischen Außenministeriums, die Aufmerksamkeit von der destruktiven Rolle der Allianz beim Provozieren von Konflikten in verschiedenen Regionen der Welt ablenken.
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Die Nato ignoriere die negativen Folgen des forcierten Aufbaus von Raketenschilden in Europa, was Risiken für das gesamte euroatlantische Sicherheitssystem schaffe, so Sacharowa in einer Stellungnahme zu den Beschlüssen des Nato-Gipfels in Warschau.
Washington und Brüssel zerstörten zielgerichtet das gegenwärtig existierende Kräftegleichgewicht. Ferner betonte Sacharowa, dass die Versuche, Russland „zu dämonisieren“, um die eigene Aufrüstung zu rechtfertigen und die „Aufmerksamkeit von der destruktiven Rolle der Allianz und einzelner ihrer Bündnispartner beim Provozieren von Krisen und bei der Aufrechterhaltung von Spannungsherden in verschiedenen Regionen der Erde abzulenken, überhaupt übermäßige Formen annehmen“.
Die Nato-Staaten hatten am Freitag beschlossen, vier Kampfbataillone in Polen, Estland, Lettland und Litauen zu stationieren. Die Bundeswehr soll das Bataillon in Litauen mit mehreren hundert Soldaten anführen. In den letzten Jahren hatte die Nato bereits neue Militärstützpunkte gebaut und ihre Truppen in Osteuropa verstärkt. Laut Generalsekretär Jens Stoltenberg ist die Nato nun so stark wie noch nie seit dem Kalten Krieg.
Die US-Regierungselite hält Russland nach wie vor für ihren Feind oder Konkurrenten. Ein euroasiatischer Block – etwa um Russland und Deutschland – könnte den USA wirklich Probleme bereiten. Diese Meinung äußert der russische Ex-Geheimagent Andrej Besrukow in einem Zeitungsinterview.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Tageszeitung „Iswestija“ sagte Besrukow, es gebe zwei Ebenen, auf denen die Beziehungen zwischen Russland und den USA betrachtet werden können: „Bei der ersten Ebene handelt es sich um die objektive geopolitische Realität, um die Stellung unserer Länder und um ihre Rolle in der Weltpolitik. Die USA verkünden, dass ihr Wohlergehen von der Lebensfähigkeit des von ihnen aufgebauten globalen Systems abhinge. Die USA sind der zentrale Teil dieses Systems. Solange dieses besteht, werden die USA eine privilegierte Stellung haben. Ihr wichtigstes Nationalinteresse ist eben die Aufrechterhaltung dieses globalen Systems.“
„Im Kalten Krieg war die Sowjetunion ein geopolitischer Konkurrent. Sie dominierte in Eurasien, indem sie eine Zone schaffte, wo der US-Einfluss ausblieb. Die Sowjetunion machte einen Pol für diejenigen aus, die mit dem US-System unzufrieden waren. Nun könnte Russland potenziell ein Problem sein, falls Moskau einen konkurrierenden Block aufbaut, der ein alternatives System ausmachen würde – sowohl im Sicherheits- als auch im Wirtschaftsbereich. Der herbste Rückschlag für die USA wäre die Einrichtung eines großen euroasiatischen Block – wie beispielsweise Russland/Deutschland. Von seiner Ressourcen- und militärpolitischen Stärke her würde dieser Block Europa und einen großen Teil Asiens der Kontrolle des US-Systems entziehen“, so Besrukow.
Er sagte weiter, die zweite Ebene sei eine ideologische und hänge mit den Problemen aus dem Kalten Krieg zusammen. Die US-Regierungselite halte Russland nach wie vor für einen Feind oder einen Konkurrenten: „Es gab keine Umwertung und keinen Grund dafür. Sie betrachten sich als Sieger, sind aber auch irritiert wegen der nicht vollständig erfüllten Aufgabe, denn Russland wurde nicht zu einem Staat, der alles tun würde, was sie wollen.“
„Russlands unabhängige Außenpolitik ist eine Herausforderung an diejenigen in den USA, die die amerikanische Ausschließlichkeit verfechten. Diese Menschen glauben nicht nur an ihre Ausschließlichkeit als Amerikaner, sondern halten dies auch für einen Segen und sind bereit, ihre Position den anderen aufzuzwingen, und zwar mit Gewaltmethoden. Diese Gruppe ist mit dem Kalten Krieg sehr eng verknüpft, aber auch mit den Grundsätzen der Demokratischen Partei, wonach Amerika seine Ideale verbreiten müsse“, erläutere der Ex-Agent.
Doch als wichtigste Herausforderung für das Weltsystem betrachten die Amerikaner laut Besrukow derzeit nicht Russland, sondern China: „Die chinesische Wirtschaft ist so groß, dass sie ganz Asien anzieht, indem der US-Einfluss auf diese Länder und Märkte zurückgeht. Die USA versuchen, China auszuklammern und ein Stück Asien für sich einzufrieden – durch Sicherheitsabkommen mit einigen Ländern, die China umgeben, und durch den Aufbau der Transpazifischen Partnerschaft ohne China (…) Objektiv wollen die Amerikaner China gegen dessen Nachbarn wie Japan, Indien, Russland aufbringen. Deshalb ist es für uns sehr wichtig, langfristige, nicht-konkurrenzbedingte Beziehungen mit China und Indien aufzubauen. Unser Aufgabe besteht darin, ein ruhiges Leben im großen Eurasien für uns zu sichern.“
Zur Person. Nach Angaben des Blattes wurde Andrej Besrukow 1960 in der sibirischen Region Krasnojarsk geboren. Als Historiker erhielt er an der Staatsuniversität Tomsk sein Diplom. Im Jahr 2000 absolvierte er die Kennedy School of Government an der Harvard-Universität. Unter einem fiktiven Namen lebte Besrukow mit seiner Ehefrau Jelena viele Jahre lang in den USA und leitete dort eine Beratungsfirma, bis er als russischer Geheimagent entlarvt wurde. Derzeit lebt es in Russland.